Freitag, 21. Juli 2017

Warum Vorlesen für Kinder so wichtig ist

Foto: J. V. Saidl
Christiane Jurczik

Nach einer Studie der Universität Chicago wirkt sich das Vorlesen bereite bei 20 Monate alten Kindern Positiv aus: Kinder, denen vorgelesen wird, haben in diesem Alter einen um ca. 131 Wörter größeren Wortschatz. Schon nach zwei Jahren beherrschen sie sogar ca. 300 Wörter mehr als Kinder ohne Gute-Nacht-Geschichten. 

Lesen ist der Schlüssel für Bildung, Wissen und Kommunikation

Kinder, die gut lesen können, haben es im Leben leichter. Lesekompetenz ist die beste Grundlage für eine gute Entwicklung der Kinder, sowohl für ihre Konzentrationsfähigkeit als auch für ihre Vorstellungsgabe, ihr logisches Denken und ihr Einfühlungsvermögen. Kinder, denen schon in frühen Jahren vorgelesen wird, haben es später beim Lesen lernen um ein Vielfaches leichter.

Bücher sind die ersten Medien im Leben eines Menschen. Bücher überlassen es ganz dem Leser, in welcher Geschwindigkeit die Inhalte aufgenommen werden. Das ist gerade für Kinder so wichtig, weil sie zum Lernen und Verstehen oft mehr Zeit brauchen. Beim Betrachten von ruhigen Bildern und beim Zuhören von Geschichten vollziehen die Kinder mit ihrer eigenen inneren Anschauung ein konstruktives Verstehen, das viel kreativer ist als das passive Anschauen von Filmen oder anderen beweglichen Bildern. Die vermeintliche Reizarmut von Büchern ist zugleich ihre große Qualität.

Das Bücherlesen ermöglicht den Kindern ein tiefes und befriedigendes Verstehen. So schaffen es Bücher immer wieder, zu den Lieblingen von Kindern zu werden. In einem schnelllebigen Familienalltag können Bücher den Kindern zu Momenten der Ruhe, der Entspannung und der inneren Besinnung verhelfen, was kein anderes Medium vermag.

Zum Vorlesen gehört eine gemütliche Atmosphäre. Für die Kinder kann es gerne kuschelig sein. Wichtig ist es, das Buch dabei so in den Händen zu halten, dass die Kinder entspannt die Bilder anschauen können. Daher ist es oft am besten, nebeneinander zu sitzen. Zudem fördert Lesen die Konzentration und Merkfähigkeit. 

Kinder mögen es, ihre Lieblingsbücher wieder und wieder, Abend für Abend vorgelesen zu bekommen. Dreißigmal dasselbe Buch – keine Seltenheit. Kinder lieben beim Vorlesen das Ritual, es ist für sie ein großer Spaß ihre Lieblingsgeschichten in- und auswendig zu kennen. So werden Bücher zum festen geliebten Bestandteil ihres Lebens. Eltern sollten sich nie abwertend über die Lesewünsche ihrer Kinder äußern.

Wer als Vorleser innerlich mit den eigenen Gedanken ganz woanders ist, darf sich nicht wundern, wenn auch die Kinder ihm nicht zuhören. Ein Vorleser, der die vorgelesene Geschichte mit seiner eigenen inneren Anschauung mitvollzieht, wird auch die Zuhörer für die Geschichte gewinnen können.

Eltern können auch ganz bewusst andere Orte und Zeiten aussuchen, an denen Kindern durch Vorlesen Bücher nähergebracht werden: in der selbstgebauten Spielhöhle, im Wartezimmer beim Arzt und auf Reisen.

Kinder werden zu Lesern, wenn auch die Eltern lesen. Kinder orientieren sich an ihren Eltern als Vorbilder.

Mit Informationen aus www.schule-und-familie.de

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